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FEI Dressage World Championship: Team Deutschland liegt nach Tag 1 in Führung

11.08.2026 Noch bevor am Abend die offizielle Eröffnungsfeier ansteht, fiel im Hauptstadion mit dem Lambertz-Preis bereits der sportliche Startschuss der FEI Dressage World Championship. Nach den ersten beiden Reitern eines jeden Teams liegt die deutsche Equipe auf Goldkurs.




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„Es ist einfach nur großartig, hier dabei sein zu dürfen“, sagte Raphael Netz nach seiner gelungenen WM-Premiere – und sprach damit wohl vielen seiner Kollegen aus dem Herzen. Die Kulisse im Hauptstadion: atemberaubend. Die Stimmung: enthusiastisch. Die Anspannung: riesig. Der 27-Jährige ging als erster Reiter für Team Deutschland ins Viereck – eine Aufgabe mit Gewicht. „Ich war mir der Verantwortung bewusst“, so Netz. „Aber ich habe versucht, es nicht zu sehr an mich heranzulassen.“ Ganz gelungen ist ihm das nicht: Der traditionelle Power-Nap, den er sich vor wichtigen Prüfungen gönnt, musste ausfallen. „Ich habe kein Auge zu bekommen.“ Spätestens beim Einreiten ins Hauptstadion war der Fokus dann aber glasklar. Das berühmte Kribbeln im Bauch tat sein Übriges. „Camelot hat sich noch einmal größer gemacht“, berichtete Netz. Das kleine Missgeschick in den Einerwechseln verbuchte er selbstkritisch auf das Konto des Reiters. Am Ende standen 73,338 Prozent zu Buche – ein Ergebnis, das ihn lange an der Spitze des Klassements hielt.

Überboten wurde er schließlich aus den eigenen Reihen: Frederic Wandres zauberte im Sattel seines bewährten Sportpartners Bluetooth OLD eine souveräne Runde in den Aachener Sand. Bundestrainerin Monica Theodorescu sprach von „einem seiner besten, wenn nicht dem besten Grand Prix“. Nach dem finalen Gruß leuchteten 75,963 Prozent auf der imposanten Anzeigetafel auf – und beim Reiter fiel sichtbar eine enorme Last ab. „Der Stein, der mir vom Herzen gefallen ist, ist riesengroß und liegt jetzt irgendwo bei B“, scherzte Wandres wenig später. Auch im Umfeld war die Anspannung greifbar: Lebensgefährte Lars Ligus, der in Aachen als Groom an seiner Seite ist, erreichte während des Ritts laut Armband einen Puls von 157. Die Erleichterung nach dieser Vorstellung war entsprechend groß – beim Reiter, beim Team, beim Publikum. Mit den Leistungen von Raphael Netz und Frederic Wandres geht Team Deutschland als Overnight-Leader im Team Finale, dem Lambertz-Preis, hervor. Dahinter rangiert die Mannschaft aus Großbritannien.

Fredric Wandres u. Bluetooth OLD – WM Aachen 2026 (Foto: ALRV Jasmin Metzner)

Die Hoffnungen der Briten ruhten am ersten Tag vor allem auf Weltcup-Siegerin Becky Moody. Doch im Sattel ihres Jagerbomb blieb sie mit 73,820 Prozent deutlich hinter ihren Möglichkeiten. „Das ist nicht das Ergebnis, das ich für mein Team abliefern wollte“, sagte die 46-Jährige nach ihrem fehlerbehafteten Ritt. Ihr 12-jähriger KWPN-Wallach habe im weitläufigen Stadion den Fokus verloren. „Ich hoffe, meine Teamkollegen werden es besser machen“, so Moody, die sich im Klassement immerhin noch zwischen die beiden Deutschen schieben konnte.

Auf den Plätzen vier und fünf in der Einzelwertung präsentiert von LONGINES rangieren aktuell zwei championatserfahrene Reiterinnen, die in Aachen mit jungen Zukunftshoffnungen auf sich aufmerksam machten. Die Australierin Simone Pearce stellte den 10-jährigen Will Marq vor – einen bewegungsstarken Partner, der die gestellten Aufgaben bereits bemerkenswert ausgereift präsentierte und 72,391 Prozent erhielt. „Ich bin überglücklich und einfach nur begeistert, wie gut er sich auf mich konzentriert hat. Das war heute erst sein sechster Grand Prix überhaupt“, strahlte die 35-Jährige über den „Familienerfolg“: Will Marq wurde in Spanien entdeckt und steht mittlerweile im Besitz ihres Lebensgefährten, dem Schweizer Martin Fuchs. Ebenso zufrieden zeigte sich die Schwedin Therese Nilshagen mit dem Hannoveraner Navarro, ebenfalls erst 10 Jahre alt. Mit 72,376 Prozent empfahl sich auch dieses junge Pferd eindrucksvoll für kommende große Aufgaben.

Aber nicht nur die Reiterinnen und Reiter der Spitzengruppe wussten das Publikum zu begeistern. Ein besonders berührendes Beispiel war die Reaktion der erst 21-jährigen Österreicherin Felicita Simoncic. Seit gerade einmal zehn Monaten bei den Senioren am Start, gelang ihr beim WM-Debüt im Sattel ihres KWPN-Hengstes Four Legends auf Anhieb eine persönliche Bestleistung: 70,730 Prozent – Rang zehn. Ihre authentische, unbeschwerte Freude steckte an und zeigte, was dieses Championat für die Athleten bedeutet. Überhaupt wurde der Weg hinaus aus dem Viereck, entlang der Mercedes-Benz Tribüne, bereits am ersten Tag zu einer Art „Catwalk des Jubels“: Es wurde gewunken, freudig gestikuliert, Kusshände flogen in die Ränge – ein lebendiger Ausdruck der besonderen Verbindung zwischen Reitern, Publikum und dieser imposanten Arena.

Tag 1 der FEI Dressage World Championship hat Lust auf mehr gemacht. Und genau das gibt es schon am morgigen Mittwoch: Dann geht es mit dem zweiten Teil des Lambertz-Preises im Teamfinale um Gold, Silber und Bronze sowie um die Einzelqualifikation für den MEGGLE-Preis, den Grand Prix Special am Freitag.

Sie wollen die besondere Atmosphäre der Dressur ebenfalls erleben? Dann sichern Sie sich noch Ihr Ticket im Onlineshop, an der Tickethotline unter 0241-9171111 oder in der Geschäftsstelle des Aachen-Laurensberger Rennvereins. Die FEI World Championships Aachen 2026 stehen für Gänsehaut, Geschichte und große Momente.

Quelle: Pressemitteilung Aachen-Laurensberger Rennverein e.V.

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