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Gerrit Nieberg gewinnt Großen Preis – Turnier der Sieger Münster

06.09.2026 Besser hätte das Al Shira’aa Turnier der Sieger 2026 kaum enden können: Vor vollen Rängen und bei strahlendem Sonnenschein hat Gerrit Nieberg am Sonntagnachmittag den Al Shira’aa Großen Preis von Münster gewonnen. Mit der elfjährigen Ib Queen blieb der Reiter vom Gut Berl auch im Stechen fehlerfrei und setzte sich in 42,17 Sekunden denkbar knapp vor der Schweizerin Nadja Peter Steiner mit Clearround Il Mondo durch. Rang drei ging an den Belgier Koen Vereecke und Merryweather Vt Leeuwerikenhof. Für Nieberg war es der erste Sieg im Großen Preis von Münster – und nach seinem Erfolg im Championat am Samstag bereits der zweite große Triumph an diesem Wochenende.




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Vier Paare hatten sich für das Stechen des mit 105.500 Euro dotierten Großen Preises qualifiziert. Drei von ihnen gelang dort eine weitere fehlerfreie Runde. Die Entscheidung fiel schließlich hauchdünn: Nieberg und Ib Queen überquerten die Ziellinie nach 42,17 Sekunden. Nadja Peter Steiner und der zehnjährige Clearround Il Mondo benötigten 42,31 Sekunden – gerade einmal 14 Hundertstelsekunden mehr. Koen Vereecke und die 14-jährige Merryweather Vt Leeuwerikenhof komplettierten das Podium mit 43,29 Sekunden. Stefan Engbers und Baju NRW belegten mit acht Fehlerpunkten Rang vier.

Salim Ahmed Al Suwaidi aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Flonflon verpassten das Stechen mit einem Zeitfehler und wurden Fünfte. Rang sechs ging an seinen Landsmann Humaid Abdulla Khalifa Al Muhairi mit Foncetti vd Heffinck.

„Das war sicherlich eines meiner Ziele“

Für Gerrit Nieberg war dieser Sieg einer, auf den er schon länger hingearbeitet hatte. „Das hier gewinnen zu können, das war sicherlich eines meiner Ziele. Ich habe es schon ein paar Mal versucht, aber nicht geschafft“, sagte er anschließend. „Dass mir das hier vor dem heimischen Publikum gelungen ist, war schon sehr besonders.“

Dabei hatte sich bereits am Vortag angedeutet, wie gut Ib Queen auf dem Münsteraner Schlossplatz in Form war. Im Championat von Münster setzte sich das Paar am Samstag ebenfalls im Stechen durch. Keine 24 Stunden später folgte nun der größte Erfolg des Wochenendes.
Für Nieberg ist die elfjährige Quasimodo-Z-Tochter inzwischen auch sportlich in eine neue Rolle hineingewachsen. „Ib Queen entwickelt sich fantastisch. Seit Ping Pong van de Lentamel nicht mehr bei mir ist, ist sie an seine Stelle gerückt, und ich bin zuversichtlich, dass sie diese Hufspuren ausfüllen kann.“ Ohnehin fiel sein Fazit nach vier Turniertagen positiv aus: „Alle meine Pferde sprangen toll an diesem Wochenende. Ich bin wirklich sehr glücklich.“

Eine besondere Verbindung auf Rang zwei

Auch hinter dem Sieger schloss sich eine kleine Geschichte. Nadja Peter Steiner kennt die Familie Nieberg bestens: Drei Jahre lang war die Schweizerin einst bei Gerrits Vater Lars Nieberg geritten und betonte nach ihrem zweiten Platz, wie viel sie während dieser Zeit gelernt habe.
Im Stechen fehlten ihr mit Clearround Il Mondo lediglich 14 Hundertstelsekunden zum Sieg. Mit ihrem zweiten Platz sorgte sie dennoch für einen starken Abschluss ihres Wochenendes in Münster.
Koen Vereecke komplettierte mit Merryweather Vt Leeuwerikenhof das internationale Podium. Der Belgier nutzte die anschließende Pressekonferenz zugleich für ein Plädoyer für Turniere wie das Al Shira’aa Turnier der Sieger. „Alles wird kommerzialisiert. Aber Turniere mit großem Publikum, bei denen wir solche Top-Bedingungen haben, werden immer seltener. Deswegen komme ich gern hierher.“

„Ich bin nicht nur stolz auf Gerrit, ich bin superstolz“

Einer freute sich über den Ausgang des Großen Preises gleich in mehrfacher Hinsicht. Hendrik Snoek ist nicht nur Präsident des veranstaltenden Westfälischen Reitervereins, sondern als Inhaber des Guts Berl auch Arbeitgeber von Gerrit Nieberg. „Ich bin nicht nur stolz auf Gerrit, ich bin superstolz“, sagte Snoek. „Das war einfach gut geritten.“

Der Heimsieg passte für ihn zu einem Finaltag, wie er ihn sich für die 69. Auflage des Turniers gewünscht hatte. „Wir haben hier wieder schönen Sport gesehen. Und speziell heute am Sonntag, mit diesem tollen Wetter, war es genau so, wie ich es mir erhofft hatte: volle Ränge, fröhliche Menschen, schöner Pferdesport.“

Dass Jahr für Jahr ein internationales Starterfeld den Weg nach Münster finde, sei für ihn keineswegs selbstverständlich. Im Wettbewerb mit Turnieren, die deutlich höhere Preisgelder bieten können, setzt Münster auf andere Qualitäten. „Dass Jahr für Jahr so ein internationales Starterfeld nach Münster kommt, obwohl wir im Vergleich zu einigen anderen Turnieren keine vergleichbaren Preisgelder bieten können, zeigt, dass es viele Reiter gibt, die noch Spaß an einem solchen Turnier und den hier gebotenen Bedingungen haben.“

Volle Ränge zum Abschluss des Turniers

Damit endeten vier Tage Reitsport vor dem Fürstbischöflichen Schloss mit genau den Bildern, die das Turnier der Sieger seit Jahrzehnten prägen: internationale Spitzenreiter im Parcours, volle Zuschauerränge mitten in Münster – und ein Publikum, das den Sport bis zum letzten Ritt mittrug.

Für Snoek war der Abschluss deshalb auch Anlass, den Blick auf diejenigen zu richten, ohne die ein Turnier dieser Größenordnung nicht möglich wäre. „Jahr für Jahr macht es Freude, dieses Turnier durchzuführen. Bedanken möchte ich mich bei allen Reiterinnen und Reitern und auch bei all den Menschen hinter den Kulissen, die das möglich machen.“

Und ganz am Ende seiner Bilanz stand noch ein Satz, der gleichermaßen als Schlusswort für das diesjährige Turnier gelten konnte: „Und zuletzt: Vergesst mir die Pferde nicht.“

Quelle: Pressemitteilung Turnier der Sieger Münster