Lösungsphase

Training / Ausbildung – Grundlagen

Die Lösungsphase ist der erste und wichtigste Punkt während der Arbeit mit Pferden. Nur ein losgelassenes Pferd, das gesund ist, kann gut mitarbeiten und Leistung bringen.

Lösende Arbeit

Jede Art von Arbeit mit dem Pferd beginnt mit der Lösungsphase. Das bezieht sich nicht nur auf das Reiten, sondern auch auf die Longierarbeit, Geländeritte, oder z. B. das Freispringen.

Es ist wie bei jedem Sportler. Erst müssen die Muskeln, Bänder und Sehnen aufgewärmt und gelockert, und die Gelenke sozusagen „geschmiert“ werden.

Ohne eine richtige Lösungsphase können Gesundheitsschäden in den Muskeln und Gelenken entstehen, z. B. Muskelzerrungen.

Nur wenn der Rücken des Pferdes anfängt zu schwingen, dann kann eine Dehnung erfolgen und die Muskeln sich an- und abspannen. Hier muss individuell auf jedes Tier eingegangen werden.

Eine Lösung sollte auch der Reiter für sich umsetzten, damit er entspannt mit dem Pferd arbeiten kann.

Losgelassenheit erarbeiten

Zu Beginn sollte das Pferd mindestens 10 Minuten im Schritt am langen Zügel, oder am hingegebenen Zügel geritten werden.

Danach kann mit dem Trab begonnen werden, dies im Leichttraben.

Isabell Werth hier m. Don Johnson FRH (in Stuttgart 2013)
Isabell Werth hier m. Don Johnson FRH (in Stuttgart 2013) – Symbolbild

Mit leichter Anlehnung wird auf großen geraden und gebogenen Linien im Takt getrabt. Das Tempo sollte nicht übereilt werden, dadurch können Verspannungen entstehen. Auch ein zu ruhiges Tempo ist nicht gut und verhindert ein vermehrtes Untertreten der Hinderhand. Dies kann zur Folge haben, dass das Pferd im Rücken nicht locker wird.

Lockert sich das Pferd, wird mit dem Galopp begonnen. Auch hier in gleichmäßigem, frischen Tempo auf großen Linien.

Dazu wird auch mit Übergängen zwischen Galopp und Trab gearbeitet. Dies unterstützt die Lockerung des Pferderückens.

Übungen zur Lösung

Folgende Übungen können in der Lösungsphase angewendet werden:

  • Schritt am langen Zügel, damit muss immer begonnen werden
  • Trabarbeit (Leichttraben) auf großen Linien und Bögen
  • Galopparbeit (auch möglich im leichten Sitz) auf großen Linien und Bögen
  • Übergänge zwischen den Gangarte Galopp und Trab, sowie Trab und Schritt
  • Schenkelweichen, oder Viereck verkleinern und vergrößern
  • Aus dem Zirkel wechseln oder durch den Zirkel wechseln
  • Schlangenlinien

Merke: Hier muss individuell herausgefunden werden, welche Art der Lösungsphase für das entsprechende Pferd am besten ist. Dies ist Aufgabe des Reiters, damit eine gute Durchlässigkeit und Losgelassenheit erreicht wird.

Erkennen eines losgelassenen Pferdes

Zwischen den Übungen sollte immer das Zügel-aus-der-Hand-kauen stattfinden. Dies gibt dem Pferd die Möglichkeit sich zu entspannen. Auch wird damit festgestellt, wie locker der Rücken ist und ob es sich genug dehnt.

Wie lange dauert die Lösungsphase? Je nach Pferd, sollte es nach ca. 20 – 30 Minuten (inkl. der 10 Minuten Schritt) losgelassen sein.

Auch beim Longieren oder Freispringen muss eine Schrittphase am Anfang erfolgen.

Die Lösungsphase kann auch während der Arbeitsphase kurz wieder angewendet werden, sollte der Reiter Spannungen im Pferd bemerken.

Während jeder Arbeitsphase sollte zwischendurch ein Zügel-aus-der-Hand-kauen-lassen erfolgen. Das gibt dem Pferd die Möglichkeit sich kurz zu entspannen.

Am Schluss jeder Reitstunde gehört eine Erholungsphase für das Pferd dazu. Hier wird mit hingegebenem Zügel im Schritt geritten. Auch dies ist eine Überprüfung für den Reiter, ob das Pferd gelöst ist.

Merke: Nur ein richtig gelöstes Pferd ist ein zufriedenes Pferd, dass leistungsbereit mitarbeitet.