Niedersachsen bleibt ohne Pferdesteuer

Recht und Gesetz

Die Städte und Gemeinden in Niedersachsen werden keine Pferdesteuer erheben.

Wie in einer Pressemitteilung bekannt gegeben wurde, ist der Aufwand zu groß, auch wenn die Gemeinden eine Pferdesteuer erheben könnten. Es macht aber keinen Sinn.

Nein zur Pferdesteuer
Nein zur Pferdesteuer

Laut dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes müssten dann Fragen geklärt werden, wie z. B.:

  • Sollen nur Privatpferde besteuert werden?
  • Wie sieht es mit Nutz- und Gebrauchspferden aus?
  • Wie ist es mit den Zuchtpferden?
  • Was ist mit Privatpferden die für orthopädisches Reiten genutzt werden?

„Außerdem wäre es kontraproduktiv für die touristische Entwicklung in weiten Teilen Niedersachsens.“ sagte Thorsten Bullerdiek, Sprecher des kommunalen Spitzenverbandes.

Laut Bullerdiek würden sich die Finanzen in den Kommunen mit der Pferdesteuer nicht verbessern.

 

Kommentare

Jasch sagte am 23.12.2014 um 18.39 Uhr:

Sehr geehrtes Richtergremium in Kassel,

darf ich mich kurz vorstellen: Ich bin eine 19 Jährige Bürgerin des wunderschönen grünen Bayerns, dem wenn ich kurz erwähnen darf reichsten Bundesland Deutschlands, weder Pferdebesitzerin noch Besucherin Hessens. Und dies hat einen sehr guten Grund, verehrtes Richtergremium.
Als mir zu Ohren kam, dass Sie die Befürworter der eingeführten Pferdesteuer sind, konnte ich nur den Kopf schütteln. Mir stellt sich die Frage: warum? Wenn ich mich näher über das Bundesland Hessen informiere erfahre ich doch dass Sie ein wirtschaftlich starkes Land sind, mit soliden Finanzen und Arbeitsmärkten. Doch mittlerweile habe ich das Gefühl es ist nur gelogen, denn wieso sonst wäre man denn so positiv angetan von der Pferdesteuer?
Ein Argument scheint ja zu sein, dass Pferdebesitzern unterstellt wird besonders reich zu sein, immerhin bringen sie ja den Aufwand auf sich ein Pferd zu leisten, welches wie wir alle wissen nicht allzu günstig ist. Doch aus welchem Grund wird den Pferdebesitzern unterstellt besonders reich zu sein im Vergleich zu nicht-Pferdebesitzern? Vielleicht weil sie meistens nicht nur ihren Vollzeitberuf haben, sondern sehr oft auch noch zusätzlich arbeiten um sich ein Pferd zu leisten? Vielleicht weil sie auf teure Kleidung, Wohnung und Auto verzichten? Vielleicht weil sie nicht jedes Jahr in Urlaub fahren? Soll man nun Urlaub versteuern?
Ich möchte dementsprechend eine Frage klären: Warum bringt ein Pferdebesitzer so einen Aufwand mit sich, nur um seine Fellnase zu unterhalten?
Ein Pferd ist ein Lebewesen, welches in Geld keinesfalls gemessen werden kann. Ein Pferd ist ein Familienmitglied. Soll man Kinder nun versteuern? Immerhin sind diese im Unterhalt ja ebenfalls sehr teuer. Doch da gibt es zusätzliche Unterstützung, Elterngeld, Kindergeld, Mutterschaftsurlaub…
Soll man die Oma versteuern? Ne, die kriegen doch ihr Pflegegeld und ihre Rente, falls überhaupt.
Ganz abgesehen davon dass uns ständig Geld aus der Tasche gezogen wird, sich aber nichts verändert.
Haben Sie schon mal darüber nachgedacht woher ein voll reitbares Pferd kommt? Und wohin es geht?
Allein die Fohlenaufzucht selbst ist eine sehr kostspielige Angelegenheit. Später das Bereiten und Training um zu einen liebevollen, ausgeglichenen Verlasspferd für Kinder zu werden. Dieses läuft wenn es gut geht locker 20 Jahre unter dem Sattel, geduldig. Entweder als Allrounder der Freizeitreiter der nicht nur ruhig im Gelände sein muss, für eine kleine Dressur und Springprüfung soll der auch was taugen. Oder aber es ist ein Sportpferd und läuft jedes Wochenende an Turnieren und zeigt stets 100% Leistung.
Doch was passiert mit den alten, kranken und schwachen? Diese müssen sehr kostspielig unterhalten werden. Statistisch gesehen sind Menschen mit weniger Geld zur Verfügung eher dazu bereit, wohltätige Dinge zu tun. Denn nichts anderes ist es: eine Wohltat. Ein altes, ausgedientes Pferd oder junges, krankes, ungewolltes Pferd unterhalten. Denn irgendwo müssen die auch hin.
Denken Sie die kauft sich jemand der über 5000€ im Monat zur Verfügung hat? Nein, denn diese Menschen haben weder die Zeit, noch den Kopf noch überhaupt das Interesse an sowas. Erfahrungsgemäß und statistisch gesehen sind es die, die selbst wenig haben. Wieso ich das behaupte? Ich bin Reiter. Ich kenne meine Kollegen. Ich kümmere mich derzeit um ein 23 jähriges Pferd, welches durch sorgfältige Pflege und viel liebevolle Zuneigung immer noch voll reitbar ist. Doch es gehört nicht mir, denn ich selbst könnte es mir nie leisten. Es gehört einer alten Dame die gerade so von ihrer Rente lebt. Wieso gibt sie den letzten Cent für ihr Pony aus und gibt es nicht einfach her? Das tut sie mit ihren Eltern, Geschwistern und Kindern schließlich auch nicht. Sie besitzt das Pferd seit über 20 Jahren. Und so wird es auch bleiben, komme was wolle.
Niemand kauft ein altes krankes Pferd. Gnadenhöfe sind doch ohnehin schon überfüllt, Schlachter haben Aufnahme-Stopps, obwohl der größte Teil der Reitpferde als Nicht-Schlachtpferde eingetragen sind. Ein Tierarzt darf ohne Grund nicht einschläfern.
Ganz abgesehen davon, dass Pferde ein essentieller Teil unserer Gesellschaft sind. Was passiert mit Reitschulen die nicht aus finanziellen, sondern gesellschaftlichen Gründen Unterricht anbieten? Was passiert mit den kleinen Unternehmen die Hippotherapie anbieten?
Stellen Sie sich mal vor, ihr Kind wäre auf die Therapie mit Pferden angewiesen. Schmeckt bitter, oder nicht? Das Bild in Ihrem Kopf, wo ein behindertes Kind anfängt zu lachen weil Pferde ihnen Mut geben?

Wir bringen das Geld nicht auf weil wir zu viel Geld übrig haben. Wir arbeiten uns nicht dämlich um reich zu sein.
Wir arbeiten fair und hart um einem Pferd ein Zuhause zu bieten. Wir arbeiten rund um die Uhr um einem Fohlen, Jungpferd, Reitpferd, Rentner und Kranken die Versorgung zu bieten, die ein jedes verdient hat. Denn wir, die reiterliche Gemeinschaft geben nicht auf. Sie, verehrtes Richtergremium, riskieren nur dass Ihre Landschaft grau und kahl wird. Die Höfe kalt und still werden, denn immer mehr Pferdebesitzer werden wegziehen. Ich bin froh und stolz in Bayern zu wohnen, wo nicht alles grundlos versteuert wird. Denn wir legen wert darauf, dass Jugendliche nicht auf der Straße gammeln und Drogen konsumieren sondern bieten ihnen den heilenden Umgang mit Pferden an. Hätte ich nie angefangen zu reiten, wüsste ich nicht wo ich jetzt wäre.
Herzlichen Dank für das Zuhören, ich hoffe Sie besinnen sich und geben mir Rückmeldung.