Pilzerkrankung bei Pferden

Gesundheit / Krankheiten

Wie leicht ziehen sich Pferde eine Pilzerkrankung zu und leider sind diese auch meistens ansteckend, nicht nur fürs Tier auch für den Menschen.

Wo entsteht ein Pilz?

Durch das dicke Fell bei Pferden haben Pilze eine sehr gute Möglichkeit sich auf der Haut, in den Haaren und Haarbälgen zu bilden.

Sie sind so klein, dass sie nur durch das Mikroskop sichtbar werden.

Erst bei Hautveränderungen fällt der Pilzbefall auf und auch hier gibt es unterschiedliche Formen. Es gibt sie als haarlose runde Stellen, die am Rand abgebrochene Haare aufweisen. Auch gibt es sie als Bläschen oder kleine Knötchen. Meistens wird die Haut etwas schuppig.

Die „Glanzflechte“ ist eine besondere Unterform des Pilzes. Sie ist sichtbar durch kreisrunde Hautveränderungen.

Ein Pilz muss sich nicht unbedingt durch Juckreiz bemerkbar machen.

Übertragung

Pilzerkrankungen können durch Berührungen übertragen werden. Schon ein Streicheln über die Stelle und danach ein anderes Pferd anfassen, reicht aus den Pilz weiterzugeben. Auch Putzzeug, Satteldecken, der Sattel selbst und Einstreu sind ein „guter“ Träger.

Ist ein Pferd befallen, sollte das Putzzeug immer wieder ausgewaschen werden (1 Std. in Essig einlegen), damit eine „Verteilung“ des Pilzes unterbunden wird.

Knotige Haarauffaserung

Diese Art der Pilzerkrankung findet in den Haaren statt. Scheuert ein Pferd sich seinen Schweif an infizierten Stellen ist eine Übertragung möglich.

Der Befall ist auf den Schutzhaaren genauso wie auf den Deckhaaren. Sichtbar ist es durch knotig dickere Stellen. Auch sind die Haare abgebrochen, ausgefranst und mehrfach gespalten. Zu sehen ist es an verschiedenen Stellen.

Behandlung

Pilzerkrankung bei Pferden
Strukturformel von Enilconazol

Für den Pferdebesitzer heißt es jetzt – waschen. Nicht nur das Putzzeug muss, wie bereits erwähnt, regelmäßig gereinigt werden, auch für das Pferd gibt es Mittel zum waschen. Z. B. Mycophyt (Natamycin) und Imaverol (Wirkstoff Enilconazol) können über Apotheken und den Tierarzt bezogen werden. Sie werden in Wasser aufgelöst. Meistens muss das Pferd mehrfach, im Abstand von ca. 2 Tagen, gewaschen werden.

Ist die Pilzerkrankung zu stark, besteht auch die Möglichkeit sein Pferd impfen zu lassen. Innerhalb von 14 Tagen wird zweimal eine Injektion durchgeführt. Diese Impfung sollte aber nur gemacht werden, wenn das Pferd nicht durch eine weitere Erkrankung z. B. Fieber, geschwächt ist. Ist das Pferd gesund kann die Impfung auch das Immunsystem etwas stärken. Wie bei jeder Impfung, sollte das Pferd auch hier anschließend 2 Tage etwas geschont werden.

Natürliche Behandlungsmethode

Wer lieber mit natürlichen Behandlungsmethoden an die Sache ran geht, kann sein Pferd auch mit Obstessig waschen, hier dann 2/3 Wasser mit 1/3 Essig mischen, auch verdünntes Teebaumöl oder Grapefruitextrakt können helfen. Hier ist der Anwendungszeitraum allerdings meist höher. 2 – 3 Wochen sollten die Pferde damit regelmäßig gewaschen werden.

Vor allem Pferde, die eingedeckt werden, sind eher von Pilzen befallen, da hier die Haut weniger atmen kann und weniger Sonne/Licht bekommt. Auch eine gute Durchlüftung im Stall ist wichtig, damit sich keine Feuchtigkeit bildet.