Harry Charles über das Gefühl zu gewinnen

31.03.2022 Harry Charles hat sich mit der FEI vor dem Weltcup-Finale in Leipzig unterhalten. Harry sagte, dass er 2018 einen richtigen Vorgeschmack auf den Spitzensport bekommen hat, aber sein Vater sagte, das Schwierigste ist nicht, dorthin zu kommen – das Schwierigste ist, dort zu bleiben – und er hat Recht.

2019 lief gut für Harry, aber dann kam die Corona Pandemie und es war erstmal vorbei mit dem Spitzensport. Als er 2021 wieder durchstartete, ging es gleich wieder steil bergauf.

Im Mai hatte er seine erste 5-Sterne-Show und von da an ging es richtig los. In der Covid-Zeit hat er sich darauf konzentriert, an seinen Reitfähigkeiten zu arbeiten und im letzten Jahr hat er dann richtig losgelegt und einige großartige Ergebnisse erzielt. Am Ende des Jahres war er auf der ersten Seite der Top 30 der Weltrangliste: „es war ziemlich verrückt und es ging alles so schnell“, sagte Charles. Er führt derzeit immer noch die FEI U25-Rangliste an.

Sein kometenhafter Aufstieg im Sport wurde durch eine neue Verbindung mit der Amerikanerin Ann Thompson begünstigt, die er zum ersten Mal Ende 2020 traf. Dies war ein sehr wichtiger Wendepunkt. „Sie war meine erste richtige Pferde-Besitzerin und ich hatte großes Glück, dass sie mir Romeo zum Reiten gab“, sagte Harry. Das 13-jährige Pferd war zuvor mit dem Iren Darragh Kenny im Sattel sehr erfolgreich gewesen.

Harry Charles sagte, dass er ihr viel zu verdanken habe, denn sie hat seine Karriere ins Rollen gebracht. Als Romeo in den Stall kam, bekam er Zugang zu den großen Turnieren, und der Rest des Teams wurde um ihn herum aufgebaut.

Harry und seine Schwestern werden von ihrem Vater Peter Charles trainiert, der seine Karriere früh beendete, um sie zu unterstützen. Im Alter von 16 Jahren war Harry klar, dass er Profireiter werden wollte.

„Ich hatte Erfolgserlebnisse bei Ponys und Junioren, und dieses Gefühl zu gewinnen – das ist einfach unschlagbar“, sagte der junge Mann. Derzeit genießt er die Aufregung vor seinem Debüt im Weltcup-Finale das in Leipzig stattfindet. Bisher konnten nur zwei Briten vor ihm das Weltcup-Finale gewinnen: John Whitaker und Nick Skelton.

Wen sieht Harry als seine größten Konkurrenten in Leipzig, wenn es darauf ankommt? „Martin hat im Moment wahrscheinlich einige der besten Pferde der Welt in seinem Stall. Er ist in sehr guter Form und sehr motiviert für dieses Jahr. Und Steve hat eine etwas magische Beziehung zum Weltcup-Finale. Ich würde sagen, er ist immer dabei“, betont Harry, bevor er hinzufügt: „Aber ich gehe nicht dorthin, nur um die Zahlen zu verbessern!“

Quelle: FEI


Meike Rath

Autorin: Meike Rath - ehemalige Turnierreiterin, frühere Pferdebesitzerin und heute Berichterstatterin aus dem Reitsport - Autorin, Redakteurin und Inhaberin von Reiterzeit.de