Massage-Therapie: Hilfreich für Dein Pferd?

Gesundheit / Krankheiten

Equine-Massage-Therapy (EMT – Pferde-Massage-Therapien) bringen langfristige Vorteile für Pferde durch die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Muskeln, so dass sie ihr optimales Potential ausschöpfen können.

Dies bedeutet: Die Muskeln sind frei von Verspannungen und Knoten und es erlaubt ihnen, dass sie in ihren entspannten Zustand zurückkehren können. Dies hat wiederum zur Folge das Pferde mehr Kraft haben, eine stärkere Ausdauer, zusammen mit Anmut und Agilität in den Bewegungen.

Weichgewebe-Massage-Therapien spielen drei Rollen:

  1. zur Vorsorge,
  2. zur Rehabilitation und
  3. zur Diagnose.

Massage als Vorsorge, um Verletzungen zu vermeiden

Grundsätzlich: Muskeln sind Muskelbündel, die aus Muskelfasern gemacht sind. Wenn wir Muskeln „aufbauen“, produzieren wir ganz viele kleine Risse/Beschädigungen in den Muskelfasern, das durch Narbengewebe repariert wird. Dieser Prozess kann bis zu 72 Stunden dauern. Dieses neue Narbengewebe muss allerdings wieder aufgebrochen werden, damit es die Flexibilität in den Muskel zurückbringt.

Man muss nur an einen Gewichtheber denken: er hat eine Menge Muskeln, aber mit wenig Flexibilität und Bewegungsfreiheit. Er neigt zu Gelenkproblemen und Schmerzen. Massagen und Stretching helfen erwiesenermaßen in dieser Situation. Stretching hilft, dass die Muskel in ihre natürliche Form zurückgehen und der Blutfluss sich in diesem Bereich erhöht. Massage hilft dem Bindegewebe elastischer zu werden und dadurch können die Muskeln in ihre natürliche Form zurück. Dadurch erhöht sie auch die Blut- und Zwischenzellenflüssigkeit und füllt die Bereiche, die den Zellen eine gesunde Umgebung liefern, damit sie ihren Job machen können.

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Symbolfoto

Für Pferde ist es zwingend notwendig, die Beweglichkeit aufrechtzuerhalten, sonst kompensieren es andere Teile des Körpers, die dann die zusätzliche Arbeitsbelastung aufnehmen. Unter ständiger Zermürbung können sie es Tage, Monate und sogar Jahre durchhalten. Der Körper ist so konzipiert, dass er über Monate und Jahre einen gestressten Bereich unterstützen kann, aber irgendwann sind die Ressourcen aufgebraucht und er kann nicht weiter helfen. Dies führt letztlich zu Brüchen des Weichgewebes, Narbengewebes sowie Verdickungen der Sehnen und Bänder. So verursacht es dauerhafte Funktionsstörungen des betroffenen Bereichs.

Jeder Muskel ist mit ein oder zwei Knochen verknüpft und kreuzt ein oder mehr Gelenke. Muskeln, die frei von Spannungen sind, voller Bewegung und Agilität, führen eine Funktion aus: die Gelenke auszurichten. Dadurch kann Gelenkflüssigkeit im Gelenk gleichmäßig fließen und reduziert die unnatürliche Abnutzung der Gelenke – daher der Begriff „gut geölte Gelenke“.

Jeder Muskel ist mit dem Knochen durch Sehnen verbunden. Muskeln sind so konzipiert, dass sie 90 % der Arbeitslast aufnehmen und die Sehnen 10 %. Wenn der Muskel nicht richtig funktioniert nehmen die Sehnen mehr Last auf. Das ist bei Pferden sehr wichtig, kann es letztlich doch zu Beugesehnen führen.

Eine Massage-Therapie ist ein wichtiges Werkzeug in der Prävention von Verletzungen bei Pferden.

Blockaden vermeiden und rehabilitieren

Therapeutische Rehabilitation spielt eine Schlüsselrolle bei posttraumatischen Rehabilitationen, um ihr Pferd wieder zurück ins Training und in die Arbeit zu bekommen – ohne die Wahrscheinlichkeit auf Schwächen oder eine erneute Verletzung. Massagen brechen Narbengewebe auf und bringen Blut und Sauerstoff zur Heilung in die Muskeln. EMT wirkt auf den gesamten Körper des Pferdes, so dass das Pferd sich in einer ausbalancierten Weise bewegt, und löst kompensatorische Muskelverspannungen, die mit Verletzungen verbunden sind.

Eine Massage sollte nie direkt im Bereich einer akuten Verletzung, die heiß oder geschwollen ist, durchgeführt werden. Dies kann Gewebeschäden verursachen, da Massagen die Durchblutung anregen.

Muskeln verwandeln chemische Energie in mechanische. Wenn ein Muskel nicht in seinen ursprünglichen entspannten Zustand zurückkommt, erzeugt dies Spannung – Energieblockaden –  und dies macht sich als Bewegungsblockaden und Schwächen bemerkbar. Es kann auch zu chronischen Schmerzen führen, welche die Leistung emotional, mental und körperlich beeinträchtigen können.

Zusammenarbeit Tierarzt, Masseur, Chiropraktiker

Eine Diagnose kann besser gestellt werden, wenn Pferde eine Ganzkörpermassage erhalten. So können die Problemstellen besser entdeckt werden.

Bei Verletzungen sollte man natürlich zusätzlich einen Tierarzt konsultieren. Da der Tierarzt ein Pferd keine Stunde lang massiert, kann der Masseur Hilfestellung geben, indem er durch seine Massage die Möglichkeit hat, mitzuteilen, wo die Ursachen für die Muskelprobleme liegen.

Rückenschmerzen sind für Pferde mit großem Unbehagen verbunden, so dass sie von ihrer Anatomie her nicht dafür ausgerichtet sind, einen Reiter zu tragen. Ein Masseur kann beurteilen, welche Muskeln betroffen sind und mit dem Chiropraktiker zusammenarbeiten.

Welche Pferde-Therapien gibt es und wie findet man den richtigen Masseur?

Es gibt viele verschiedene Arten von Pferdetherapien, die durchgeführt werden können:

  • Chiropraktik
  • Akupressur
  • Physiotherapie
  • Bewegungstherapie
  • Shiatsu-Masage
  • neuromuskuläre Therapie
  • Sportmassage
  • Reiki und noch einige andere mehr.

Herausfinden sollte man:

  • Wie lange und wo haben sie gelernt?
  • Haben sie gute Fähigkeiten, mit Pferden umzugehen?
  • Haben sie gute Kenntnisse der anatomischen Formen und Funktionen?
  • Sind sie zertifiziert?
  • Werden sie von Fachleuten unterstützt?
  • Welche Ergebnisse werden von der Therapie erwartet?

Quelle: Horsetalk, Neuseeland