Training / Ausbildung – Grundlagen
Das Rückwärtsrichten ist eine gute Überprüfung der Losgelassenheit des Pferdes. Es wird nach Ausführung der Lektion gehalten oder direkt wieder angeritten.
Richtig Rückwärtsrichten
Das Pferd soll an den Hilfen stehen und ruhig auf gerader Linie rückwärts treten. Dabei bleibt die Anlehnung erhalten und das Genick ist der höchste Punkt. Es wird über vier bis sechs Tritte rückwärts gegangen. Bei der Anweisung „eine Pferdelänge rückwärtsrichten“ werden drei bis vier Tritte rückwärts geritten.
Soll anschließend „Halten“ erfolgen, muss das Pferd einen zusätzlichen halben Schritt machen, damit es geschlossen steht.
Beim anschließenden Vorwärts Anreiten soll der Übergang fließend erfolgen.
Umsetzen der Lektion
Der Reiter gibt eine halbe Parade zur „Ankündigung“ einer neuen Lektion. Dann lehnt der Reiter sich mit dem Oberkörper ganz leicht nach vorne. Die Schenkel werden verwahrend hinter den Gurt gelegt.
Mit den Schenkeln wird ein leichter Impuls zum Anreiten gegeben, sobald das Pferd reagiert, wird eine haltende Hilfe der Reiterhand gegeben, die zu einem Rückwärtsrichten auffordert. Wenn das Pferd zurück tritt, muss die Hand des Reiters wieder leicht nachgeben. Sobald die Lektion beendet werden soll, setzt der Reiter sich wieder mit seinem Gewicht zurück in den Sattel und die Schenkel gehen wieder an den Gurt.
Ist das Pferd durchlässig genug, wird es auf leichte Hilfen reagieren. Auf keinen Fall darf ein Pferd rückwärts gezogen werden! Rückwärtsrichten ist für das Fluchttier Pferd ungewöhnlich, das sie vor Gefahr eher abdrehen und nicht zurück weichen. Ein Zurücktreten zeigt Vertrauen dem Reiter gegenüber.
Reagiert ein Pferd nicht auf die Lektion, kann vom Boden aus leichte Unterstützung erfolgen. Hierbei wird dann ganz leichter Zügeldruck ausgeübt, ähnlich der haltenden Reiterhand, und leichtes Berühren an der Vorderhand bzw. am Buggelenk, um dem Pferd die Lektion zu zeigen.
Wozu dient die Lektion?
Sie zeigt die Durchlässigkeit, Vertrauen und Losgelassenheit des Pferdes. Ebenso hat sie durch wechselnde Übungen z. B. Rückwärtsrichten – danach Antraben, eine gymnastizierende Funktion.
Häufige Fehler
- Schräg
- Eilig
- Schleichend
- Gegen die Hand
- Nicht durchlässig
- Nicht geschlossen beim Halten
- Ungleichmäßig beim Übergang zum Anreiten