Equine Grass Sickness – Graskrankheit

Gesundheit / Krankheiten

Pferdekrankheit zeigt Anzeichen menschlichen Alzheimers

Pferde mit Graskrankheit entwickeln ähnliche Krankheitssymptome wie Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind laut einer neuen Studie.

Die Wissenschaftler berichten, dass Pferde, die von der seltenen Nervenkrankheit EGS Equine Grass Sickness (Graskrankheit) betroffen sind, die Hinweise auf die menschliche Degenerationskrankheit des Gehirns haben.

Symptome

Die Graskrankheit befällt die Nervenzellen bei Pferden, aber die Ursachen der Erkrankung sind unbekannt. Sie macht sich bemerkbar durch Koliken und Muskelzittern und kann das Tier innerhalb von Tagen töten. Wird die Krankheit schnell diagnostiziert, kann das Tier manchmal wieder gesund gepflegt werden.

Weidepferde
Weidepferde (Symbolbild)

Die Erkenntnisse der Studie werfen ein neues Licht auf die Ursachen der seltenen, aber überwiegend tödlich verlaufenden Pferdeerkrankung und könnten dazu beitragen, neue Diagnosemöglichkeiten zu entwickeln.

Forscher des University of Edinburgh Roslin Institute und der Royal (Dick) School of Veterinary Studies sahen sich in einem Versuch das Nervengewebe von sechs Pferden an, die an der Graskrankheit gestorben waren, um die Ursachen der Erkrankung zu untersuchen.



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Nervengewebeveränderungen durch 506 verschiedene Proteine

Sie fanden heraus, dass das Hirngewebe des Pferdes Proteine enthielt, das häufig in Gehirnen von Menschen mit Alzheimer-Krankheit festgestellt wurde – wie beispielsweise die Bildung von Amyloid-Protein.

Insgesamt wurden 506 verschiedene Proteine gefunden, die das Nervengewebe von Pferden mit der Graskrankheit verändert haben im Vergleich zu Tieren, die durch andere Ursachen gestorben waren.

Diese Kenntnis könnte bei der Entwicklung von Tests helfen, die die Erkrankung bei einem Pferd feststellen, vor allem wenn eine Diagnose schwierig ist.

Verbindung zwischen Tier und Mensch

Rund zwei Prozent der Pferde in Großbritannien sterben jedes Jahr an der Graskrankheit. Die Krankheit tritt fast ausschließlich bei Tieren auf, die mit Gras gefüttert werden, darunter Ponys und Esel. Angenommen wird, dass eine ähnlicher Bedingung Katzen, Hunde, Hasen, Kaninchen, Lamas und möglicherweise Schafe beeinflussen kann.

Studienleiter Dr. Tom Wishart vom University of Edinburgh Roslin Institute sagte: „Dies ist die erste Studie, die Ähnlichkeiten zwischen einer scheinbar nicht verwandten neurodegenerativen Erkrankung bei großen Tieren und menschlichen neurologischen Erkrankungen zeigt. Obwohl die Ursachen dieser Erkrankungen wahrscheinlich nicht geteilt werden, legen die Ergebnisse nahe, dass ähnliche Mechanismen in späteren Stadien der Erkrankung beteiligt sind.“

Veröffentlicht wurde die Studie in der Zeitschrift Molecular and Cellular Proteomics.