Phosphor für Pferde

Gesundheit / Krankheiten

17.11.2015 Gibt es Alternativen, damit Pferde genügend Phosphor bekommen? Forscher haben eine Möglichkeit untersucht, Pferden den wichtigen Mineralstoff zukommen zu lassen.

Das National Research Council hat den Nährstoffbedarf von Pferden (mit einem durchschnittlichen Gewicht von 500 kg) errechnet: Danach benötigt ein Pferd 14,3 g Phosphor pro Tag.

Studien vom Kentucky Equine Research zeigen, dass Pferde etwa 4,7 g Phosphor pro Tag verlieren, und dass nur etwa 25 % des tatsächlich aufgenommenen Phosphors verdaut wird. Das bedeutet, dass 75% des aufgenommenen Phosphors nicht vom Körper verstoffwechselt wird.

Phosphor ist ein wichtiger Mineralstoff für Pferde, der 14 – 17 % des Pferde-Skeletts ausmacht. Es spielt eine wichtige Rolle im Enzymsystem, ist ein integraler Bestandteil des genetischen Materials und hilft bei der Energiegewinnung in Form von Adenosintriphosphat (ATP – ein Energieträger in Zellen).

„Obwohl Phosphor in der Nahrung von Pferden notwendig ist, können übermäßige Mengen im Mist wassergefährdend sein. Ferner ist anorganischer Phosphor, der häufig zur Ergänzung bei Pferden verwendet wird, eine schwindende nicht erneuerbare Ressource“, warnte Kathleen Crandell, Ph.D., Ernährungsberaterin bei KER.


Phytat-P

Daher untersuchen die Wissenschaftler alternative Quellen für Phosphor. Eine Möglichkeit ist: organisches Phosphor in Form von Phytat-P.

„Phytat-P kommt in Samen oder Körnern vor, die von Pferden gefressen werden“, sagte Crandell. „Wenn das Pferd das gebundene Phosphor freisetzt, ist es möglich, dass weniger anorganisches Phosphor ergänzt werden muss, um die Phosphor-Bedürfnisse an die Nahrung zu erfüllen. Der Einsatz von weniger anorganischem Phosphor verringert den Druck auf die natürlichen Ressourcen des Phosphors.“

Bewertung von Phosphor-Verdaulichkeit und Abbau

Mit diesen Fakten im Hinterkopf, haben Forscher von der University of Kentucky die Phosphor-Verdaulichkeit und den Abbau von organischem Phosphor bei jungen und älteren Pferden bewertet.

„Das Ziel der Studie war es, Phosphor-Verdaulichkeit und Phytat-Verschlechterung der Pferde zu untersuchen. Es wurde, unter Einhaltung des täglichen Bedarfs des Pferdes, eine phosphorarme Ernährung – ohne Zusatz von anorganischem Phosphor – gefüttert“, erklärte Crandell.

IMG_3800 Pferd grasendDazu wurden vier erwachsenen Wallachen und vier Jährlingen Kraftfutter angeboten. Das eine Kraftfutter war eine organische Form mit Phosphor (Phytat) und das andere ohne Zusatz von anorganischem Phosphat, außerdem bekamen sie verschiedene Heuarten sowie Wasser mit anderen organischen Orthophosphaten.

Der Kot wurde vier Tage lang gesammelt, um die Verdaulichkeit von Phosphor und den Phytat-P-Abbau zu berechnen.

Die Gesamternährung beinhaltete 0,28 % Phosphor, von dem 17,4 % Phytat-P war. Nach Angaben der Forscher, war die Gesamtmenge an Phosphor im Futter äquivalent zu 25 g / Tag für Jährlinge und 16 g / Tag für erwachsene Pferde. Die Gesamt-Verdaulichkeit von Phosphor war bei Jährlingen höher als bei erwachsenen Wallachen (42 % vs. 27 %) und die Verarbeitung von Phytat-P betrug in beiden Pferdegruppen 94,8 %, was bedeutet, dass das meiste Phosphor in Phytat-P freigesetzt wurde und den Pferden zur Absorbation und Nutzung zur Verfügung stand.

Fazit

„Basierend auf diesen Ergebnissen schlossen die Forscher, dass das organische Phosphor, einschließlich Phytat-P, helfen könnte, den Phosphor-Bedarf der jungen und erwachsenen Pferde zu decken. Daher würde weniger anorganisches Phosphor benötigt werden. Verringerte anorganische Phosphor-Nahrungsergänzung verlangsamt die Abreicherung von anorganischen Phosphorquellen und trägt zur Minimierung der Ausscheidung von überschüssigem Phosphor in die Umwelt bei“, bemerkte Crandell. „Weitere Forschungen in diesem Bereich wären von Nutzen.“

Quelle: KER