Bornavirus-Antikörper in Islandpferden entdeckt

Gesundheit / Krankheiten

Bei Pferden in Island wurden Antikörper gegen das Bornavirus entdeckt. Allgemein ist die Einfuhr von Pferden nach Island verboten, und die Pferde auf Island sind bisher auch nicht vom Bornavirus betroffen gewesen.

Die Pferderasse ist in Island noch absolut rein. Damit es so bleibt, dürfen auch keine Pferde eingeführt werden. Eine Studie der Swedish University of Agricultural Sciences ist nun zufällig auf Antikörper gegen das Bornavirus gestoßen.

Das Bornavirus ist eine seltene und potentiell tödliche Krankheit für Pferde, die am häufigsten im mitteleuropäischen Raum vorkommt.

Hintergrund zur Entdeckung der Antikörper

Isländer Ponys
Isländer

In Nordisland wurden in einem Stall bei sechs Isländern klinsche Anzeichen von Ataxie (Koordinationsstörungen) und Appetitlosigkeit festgestellt, von denen eins der schwer betroffenen Pferde eingeschläfert wurde. Die Untersuchungen ergaben keinen Hinweis auf eine aktive Pferdeherpesvirus Typ 1-Infektion (bei dem Virus handelt es sich um eine Erkrankung des zentralen Nervenersystems des Pferdes), den West-Nil-Virus oder Pferde-Arteriitis-Virsu. Allerdings wurde in der Differentialdiagnose Liste ein neutrotropen Virus gefunden; der Bornavirus.

Ergebnisse der Untersuchung

Serologische Untersuchungen zeigten Antikörper gegen den Bornavirus in vier von fünf Isländern mit neurologischen Symptomen (in diesem Stall). Ein Pferd ohne Symptome war seronegativ (d. h. es wurden keine Antikörper gefunden). Vier klinisch gesunde Pferde wurden in dem Stall zusätzlich untergebracht. Nach einem Jahr waren sie immernoch seronegativ. Ein gesundes Pferd, das in einem anderen Stall untergebracht war, zeigte sich nach einem Jahr seropositiv (es hatte Antikörper gebildet).

Fazit

Der Bericht der Swedish University of Agricultural Sciences in Upsala enthält den ersten Beweis von Antikörpern gegen das Bornavirus in Island. Ob das Bornavirus schuld an den neurologischen Symptomen ist, konnte nicht bestätigt werden. Da Island sehr eingeschränkte Gesetze über Tierimporte hat, ist noch nicht klar, wie das Virus ins Land gekommen ist und welche Auswirkungen es auf Mensch und Tier hat. Hier müssen noch weitere Studien / Untersuchungen angestellt werden. Vermutet wird, dass es über mitgebrachte Reitsachen wie z. B. Handschuhe, Stiefel etc. ins Land kam.

Quelle: Swedish University of Agricultural Sciences