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Großbritannien gewinnt EM Mannschaftsgold vor Deutschland und Dänemark

Dressurbild (Symbolfoto)

07.09.2023 Es war spannend! Hoch spannend! Am Ende war es nicht die Doppel-Weltmeisterin Charlotte Fry, die die Briten zu Gold geführt hat mit ihrem Galoppwunder Glamourdale, sondern die dreifache Olympiasiegerin Charlotte Dujardin mit ihrem erst zehnjährigen Imhotep alias „Pete“. Aber der Abstand zu den Deutschen war nach einem einmal mehr brillanten Auftritt von Jessica von Bredow-Werndl mit ihrer Olympiasiegerin TSF Dalera BB denkbar knapp: 242,220 zu 239,674 Punkte. Bronze ging nach Dänemark mit 228,727 Zählern. Nanna Skodborg Merrald mit Zepter, das stärkste Paar und auch als Einzelmedaillenkandidaten gehandelt, hatten heute teure Patzer. Mit 78,556 Prozent waren sie aber noch Vierte der Einzelwertung.

Mit 82,422 Prozent hatten Charlotte Dujardin und Imhotep zwischenzeitlich die Führung übernommen nach einem Ritt von dem Charlotte Dujardin sagte: „Zum Schluss war ich richtig, richtig emotional! Vielleicht, weil ich nun Mutter bin. Das ist es, was Dressur ausmacht: da reinreiten, das Gefühl haben und die Prüfung von Anfang bis Ende durchreiten.“

Die einzigen, die das heute toppen konnten, waren Jessica von Bredow-Werndl und TSF Dalera BB, die mit 84,612 Prozent eine neue persönliche Bestleistung verzeichnen konnten. Dass es trotzdem nicht für Gold gereicht hat, trug sie mit Fassung: „Alle haben super geritten! Mehr war heute hier nicht drin. Mehr als unser Bestes geben können wir nicht. Die Briten sind einfach abnormal stark.“

Denn neben Charlotte Dujardin waren da ja auch noch die Doppelweltmeister Charlotte Fry und Glamourdale, die heute nicht ihren besten Tag hatten („Ich glaube, er hatte ein wenig Hengstschau-Vibes“), aber trotz Fehlern mit 81,258 Prozent noch Dritte wurden. Ob zu WM- auch noch EM-Einzelgold kommen kann? „Man kann nie wissen.“

Carl Hester ist ja auch Trainer von zweien seiner Teamkollegen (Charlotte Dujardin, Gareth Hughes) und hat mit dem 13-jährigen Fame einmal mehr ein Medaillenpferd aus dem Hut gezaubert. Seine Schülerin Fiona Bigwood ist Besitzerin des Hengstes („Aber er weiß nicht, dass er Hengst ist“, so Hester), hatte aber nicht genug Zeit für ihn und fragte Carl, ob er ihn reiten wolle. Das war im Frühjahr. Nun sind die beiden Mannschaftseuropameister und waren Fünfte in der Einzelwertung mit 78,540 Prozent, auch dies ein Personal Best.

Paar Nummer vier des Teams waren Gareth Hughes und seine zuverlässige Classic Briolinca, inzwischen 17-jährig. Nach Silber bei der WM 2022 war es für die beiden die zweite Teammedaille und die erste in Gold. Was ihm das bedeutet? Gareth Hughes hatte beinahe Tränen in den Augen, als er beschrieb, welche Ehre es für ihn sei, in dieser Mannschaft reiten zu dürfen. Er selbst hatte mit 74,565 Prozent ein solides Ergebnis vorgelegt, das ihm den zwölften Platz bescherte.

Zum letzten Mal hatten die Briten 2011 in Rotterdam EM-Gold geholt. Es war Charlotte Dujardins erstes Championat. Ein Jahr später erklang God Save the Queen (damals noch) bei den Olympischen Spielen in London. Ein gutes Omen für die Olympischen Spiele in Paris. Was dort das Ziel ist? Charlotte Dujardin: „Gold!“. Aber Jessica von Bredow-Werndl hält dagegen: „Unser Ziel ist es, nächstes Jahr stärker zu sein.“

Zitate der Silber- und Bronzemedaillengewinner

Monica Theodorescu, Bundestrainerin Deutschland

Feedback zu den letzten zwei Tagen:

„Ich bin sehr sehr glücklich, wie unsere Pferde gegangen sind, wie unsere vier Reiterinnen und Reiter sich gezeigt haben, die Prüfung absolviert haben. Einer besser als der andere, zweimal Personal Best und dann auch noch in einer tollen Art und Weise. Junge Pferde, ein wiederherangekommener Reiter als Reservist und dann wirklich von vorne bis hinten klasse. Ich bin total happy damit.“

Was stimmt optimistisch in Bezug auf Olympia 2024?

„Ja, letztes Jahr waren wir Dritter, wenn das die Chronologie sein sollte, wäre das schön. Aber wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns. Aber wir haben die Pferde, wir haben die Reiter, wir haben das Potenzial und auch Pferde, die neu in den Grand Prix gekommen sind mit ganz viel Potenzial. Matthias hat noch einen, der auch mit ganz viel Qualität gesegnet ist. Isabell hat noch Pferde, die heranwachsen. Auch Jessi hat tolle Nachwuchspferde, die heranwachsen, die schon im Grand Prix-Sport zum Teil unterwegs sind. Natürlich Fendi, unser erster und Gott sei Dank einziger Ausfall. Aber der auch schon bewiesen hat über den Louisdor und durch die Sichtung, was für eine Qualität er hat. Ich könnte noch ein paar aufzählen: Natürlich Katharina Hemmer, die dann nachgerückt war als Reservistin, die sich toll im Trainingslager gezeigt hat. Da ist ganz viel Potenzial in diese Richtung, Pferd und Reiterin passen sehr gut zusammen und auch unsere nächste Kaderreiterin Bianca Nowag-Aulenbrock will ich auch gerne erwähnen, die dieses Jahr in den Kader gekommen ist und international schon sehr auf sich aufmerksam gemacht hat mit ganz, ganz tollem, feinen Reiten, immer wieder das Pferd sehr schön vorstellend, so wie es in der Reitlehre tatsächlich steht. Also das macht Riesen-Spaß!“


Zu den Briten? Was machen die anders?

„Ich glaube nicht, dass sie so viel anders machen. Sie reiten einfach auch sehr gut und sehr korrekt. Alle sind perfekt in ihrem Sitz und Einwirkung, da bewegt sich nichts, da ist die Hilfengebung fast unsichtbar. Die Pferde sind an feinsten Hilfen, auch wenn hier und da bei dem ein oder anderen Pferd vielleicht nicht die allerletzte Qualität da ist. Aber: Gutes Reiten wird belohnt! Und das ist auch genau richtig so.“

Sie sagten ja, Titelverteidigung ist das Ziel. Aber sie können doch mit diesen vier tollen Ritten sicherlich trotzdem zufrieden sein?

„Ich bin total happy. Und ich hab ja eben auch erklärt, was noch hoffentlich in uns schlummert, wo wir noch ein bisschen Luft nach oben haben. Das haben wir in jedem Fall. Ich habe nur Einfluss auf unsere Reiter und Pferde und die haben das alle sehr sehr gut gemacht, es ist nahezu kein Fehler passiert, Kleinigkeiten, aber keine Wechselfehler, keine Pirouette kaputt oder Piaffe kaputt, also wirklich keine groben Schnitzer. Und zweimal Personal Best, was will man mehr? Also das ist wirklich richtig klasse und auch die Atmosphäre haben alle gut aufgesaugt, das mitgenommen, sich davon tragen lassen und ja, es kann so weitergehen.“

Anne-Mette Binder, Equipe-Chefin Dänemark

Wie zufrieden sind Sie mit der Bronzemedaille?

„100 Prozent, denn wir sind hier mit drei relativ neuen Kombinationen hergekommen. Es sind natürlich erfahrene Reiter, aber – außer Carina Cassøe Krüth, die mit Danciera in Herning 2022 war – Pferde, die für Championate noch neu sind. Dass die das als eine Mannschaft hier heute so gezeigt haben: Damit bin ich wirklich 100 Prozent zufrieden.“

Quelle: Pressemitteilung Riesenbeck International GmbH – Pressebüro S. Strübel

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