Starke Reiter beim PfingstTurnier in Wiesbaden am Start

Das PfingstTurnier von ‚B’ bis ‚W’

Namen aus dem Viereck, Gelände und Parcours beim LONGINES PfingstTurnier Wiesbaden

02.06.2022 Springen: Von Beerbaum bis Will
Ludger Beerbaum ist siebenmaliger Olympiateilnehmer, hat fünf olympische Medaillen zu Hause und er ist ein Wiesbadener Stammgast. Den Großen Preis hat er bereits dreimal gewonnen: 1996 mit Ratina Z, 2002 mit Champion du Lys und 2011 mit Chaman. In diesem Jahr bringt er eine Stute mit, mit der alles möglich ist: die zehnjährige hochsensible Mila. Bereits zwei Große Preis auf höchstem Fünf-Sterne-Niveau hat er in diesem Jahr mit ihr gewonnen und scheint sich fast selbst darüber zu wundern, wie er mit 58 Jahren noch mal durchstartet. Am vergangenen Wochenende in Hamburg gelang dem Paar erst eine Nullrunde, aber im zweiten Parcours kam die Stute völlig durcheinander und verließ den Parcours mit ungewöhnlichen 19 Strafpunkten. Beerbaum nahm die Schuld sofort auf sich und sprach von einem ‚reiterlichen Anfängerfehler‘. Es wird sehr spannend zu beobachten, ob Mila und Beerbaum in Wiesbaden wieder zu ihrer außergewöhnlichen Stärke zurückfinden.

Vize-Mannschafts-Europameister David Will, aus dem hessischen Dagobertshausen, hat zwar erst kürzlich sein EM-Pferd C-Vier verloren, aber das tut der Erfolgsserie des Ausnahmereiters keinen Abbruch. Am vergangenen Wochenende hat er gleich wieder gewonnen – im Großen Preis von München. Nach Wiesbaden kommt der Überflieger gleich mit drei Pferden: der zehnjährigen Concordia, dem ebenfalls zehnjährigen FBW Cornflake und der neunjährigen PB Coretta Z. Concordia hat dieses Jahr bereits auf Vier-Sterne-Niveau in Abu Dhabi und Hagen gesiegt.

Beerbaum und Will treffen auf den irischen Olympiareiter Denis Lynch, der 2010 mit Abberuail van het Dingeshof den Großen Preis in Wiesbaden dominiert hat. Außerdem auf den Italiener Emanuele Gaudiano, ebenfalls mit Olympia-Erfahrung, auf den dreimaligen WM-Reiter aus Brasilien, Bernardo Alves, und auf den dreimaligen EM-Teilnehmer und Europameister der Jungen Reiter von 2010, Douglas Lindelöw aus Schweden.
Der LONGINES Grand Prix, der Große Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden, ist der Höhepunkt für die Springreiter und beginnt am Pfingstmontag ab 16.00 Uhr. Von 17.00 Uhr an überträgt der HR das Springen im Fernsehen.

041A4873 Ludger Beerbaum u. Mila (Hamburg 2022)

Dressur: Von Brunkhorst bis Werth
Juliane Brunkhorst kommt aus Hamburg angereist und bringt ihren elfjährigen Aperol mit, mit dem sie gerade in Redefin Grand Prix und Kür gewonnen hat. Die 15-malige Deutsche Meisterin und siebenmalige Olympiasiegerin Isabell Werth kommt mit ihrer Stute Superb, mit der sie gezielt auf die Olympischen Spiele in Paris 2024 hinarbeitet.

Brunkhorst und Werth treffen in Wiesbaden auf die viermalige Olympiateilnehmerin Kristy Oatley, die für ihr Heimat Australien startet, aber schon seit ihrer Jugend in der Nähe von Hamburg lebt. Oatley wird im Schlosspark ihren Olympiapartner von Rio satteln, Du Soleil.

Ihre australische Landsmännin Mary Hanna war sogar schon fünfmal bei Olympischen Spielen dabei und kommt mit ihrer Weltcup erfahrenen Stute Syriana nach Wiesbaden. Mit Matthias Alexander Rath, Dorothee Schneider und Hubertus Schmidt gehen drei weitere Kaderreiter neben Werth im Schlosspark an den Start. Rath bringt Totilas-Sohn Thiago GS mit, Schmidt wird den in New York entdeckten Beryll satteln und Schneider ihren Charmeur First Romance.

Und natürlich darf auch Lokalmatadorin Anja Plönzke nicht fehlen. Die Kür-Spezialistin freut sich auf ihren Start mit Tannenhof’s Fahrenheit in der LONGINES Grand Prix Kür presented by Henkell, der traditionellen Flutlichtkür am Samstagabend. 2010 hat die hessische Topreiterin bereits die Kür in Wiesbaden gewonnen, damals im Sattel von Le Mont D’Or.

Die Höhepunkte für die Dressurreiter sind die LONGINES Grand Prix Kür presented by Henkell am Sonntagabend und der Grand Prix Special, der Preis der Landeshauptstadt Wiesbaden, am Montag ab 11.30 Uhr.
 
Vielseitigkeit: Von Bschorer bis Wikström

Der 27-jährige Niklas Bschorer hat sich seine Reitkunst nicht zuletzt in der Wiege der Vielseitigkeit angeeignet. Lange Zeit hat er bei dem ehemaligen Nationaltrainer der Vielseitigkeitsreiter Chris Bartle in England gelebt und trainiert, inzwischen gehört er zu Deutschlands Nationenpreis-Reitern. Der Träger des Goldenen Abzeichens hat durchaus schon mal Multistar Michael Jung in der Siegerehrung hinter sich aufmarschieren lassen. Beide werden auch in Wiesbadens Geländekurs an den Start gehen. Hedwig Wikström ist mit gerade mal 19 Jahre die Jüngste in Wiesbadens Starterfeld der Vielseitigkeitsreiter und gehört zu den großen Nachwuchshoffnungen Finnlands. Zweimal war sie schon bei Europameisterschaften dabei, einmal als Juniorin, einmal als Junge Reiterin. Jetzt ist sie auf dem Weg im internationalen großen Sport Fuß zu fassen. Dieses Jahr hat sie bereits mit einem grandiosen zweiten Platz der Drei-Sterne-Vielseitigkeit im polnischen Sopot brilliert.

Sie alle treffen auf die deutschen Kaderreiter – neben Michael Jung: Julia Krajewski, die Einzel-Olympiasiegerin, Anna Siemer, ebenfalls Mitglied im Olympiakader, und Heike Jahncke aus dem Perspektivkader.

Die Dressur der Vielseitigkeitsreiter beginnt am Freitagmorgen, am nachmittag steht bereits das Springen auf dem Programm und am Samstag ab 14.00 Uhr geht’s im Preis der Familie Prof. Heicke ins Gelände.

Quelle: Pressemitteilung Wiesbadener Reit- u. Fahrclub e.V. – Performance and Passion

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Meike Rath

Autorin: Meike Rath - ehemalige Turnierreiterin, frühere Pferdebesitzerin und heute Berichterstatterin aus dem Reitsport - Autorin, Redakteurin und Inhaberin von Reiterzeit.de