01.05.2026 „Er war gestern noch sehr frisch“, schmunzelt Isabell Werth, „deswegen bin ich super happy,
dass er sich heute in der Prüfung so fokussiert hat.“ ‚Er‘ ist ihr zehnjähriger Viva Gold OLD. Mit 77,087 Prozent hat das Paar den internationalen Vier-Sterne-Grand Prix, den Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung, beim 62. Maimarkt-Turnier Mannheim gewonnen. Es war erst der vierte Grand Prix im Leben des Vivaldi-Sohnes. Im Galopp sei er heute noch etwas „wackelig“ gewesen. Ein Fehler unterlief dem Paar am Ende der Galoppwechsel von Sprung zu Sprung. „Er wollte etwas früher anfangen als ich“, resümierte Werth, „daran habe ich ihn dann noch gehindert, und ich habe am Ende nicht damit gerechnet, dass der letzte Wechsel nicht kommt. Da war ich eigentlich schon zu Hause. Aber das ist wie im Springen: Auch der letzte Sprung will noch nach Hause geritten werden.“ Die „Marschroute“ für den Grand Prix Special am Samstag sei klar: „Genauso wie im Grand Prix, in der Galopp-Tour noch etwas lässiger.“ Schon im Vorfeld hatte Isabell Werth ihre Begeisterung für das Maimarkt-Turnier erklärt – und für das beste Sushi-Restaurant. Genau dort war sie am Vorabend des Turniers essen.
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Offensichtlich die beste Vorbereitungs-Strategie.
Platz zwei ging an den ebenfalls erst zehnjährigen Will Marq unter dem Sattel der zweimaligen
Olympiateilnehmerin aus Australien, Simone Pearce. Die Beiden erreichten 72,087 Prozent mit dem
vielleicht prominentesten Groom der Welt; Martin Fuchs. Der Top-Springreiter der Schweiz ist nicht
nur der Lebensgefährte von Simone Pearce, er ist auch Besitzer von Will Marq. Platz drei ging an
Escolar’s Emil und den hessischen Profiausbilder Thomas Wagner. Der Escolar-Sohn ist ein
Musterschüler der deutschen Nachwuchsserien: 2024 gehörte er zu den Finalisten des Nürnberger
Burg-Pokals, 2025 wurde er Zweiter im Finale des Louisdor-Preises, vier Monate später trumpfte er auf
internationaler Bühne in Mannheim auf. Ihr Ergebnis: 70,652 Prozent.
Piaff-Reiter „vom anderen Stern“
Sie sind die besten Nachwuchsreiter Deutschlands. Die, auf die man in den kommenden Jahren als
Championatsreiter hofft: die Teilnehmer des Piaff-Förderpreises von der Liselott-Schindling-Stiftung.
Seit vielen Jahren ist das Maimarkt-Turnier die Auftaktetappe dieser Serie für die U25-Dressurreiter,
aber vielleicht war sie noch nie so gut besetzt wie in diesem Jahr. „Das Niveau ist deutlich besser als
die Jahre zuvor“, schwärmt U25-Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen. „Diese jungen Leute
reiten ja wie von einem anderen Stern.“ Es ist eine perfekte Mischung auf den ersten vier Plätzen nach
der Vorbereitungsprüfung am Freitag: Zwei Reiter aus dem EM-Goldteam des vergangenen Jahres und
zwei junge Damen, die gerade in die U25-Tour hineinwachsen. Der Sieg ging an die 19-jährige Rose
Oatley auf ihrem neuen Pferd Alive and Kicking. Erst vor wenigen Wochen hat sie die zwölfjährige Stute
von der britischen Olympiasiegerin Charlotte Dujardin übernommen, Mannheim ist das zweite Turnier
für das junge Paar. Mit 74,118 Prozent setzten sie hohe Maßstäbe. Der EM-U25-Kürsieger von 2025,
Moritz Treffinger, ritt mit Morricone auf Platz zwei, 73,206 Prozent. Auf Platz drei rangierte sich die
22-jährige Lucia-Anouk Baumgürtel mit Zinq First Vienna FH FRH und 71,794 Prozent ein, und Vierte
wurde eine EM-Gold-Teamkollegin von Treffinger, Elisabeth von Wulffen mit dem elfjährigen Vis A Vis
(71,059). „Das Maimarkt-Turnier ist etwas ganz Besonderes“, betont Bundestrainer Meyer zu Strohen.
„Ich bin ganz glücklich, dass der Herrgott uns zu dem heutigen Tag etwas so Besonderes beschert hat:
Wir haben ganz toll sitzende Mädchen gesehen, und der Moritz hat zum Schluss auch noch mal richtig
aufgeholt. Wir können auch unwahrscheinlich glücklich darüber sein, dass wir so gut gehende und
losgelassene Pferde hier haben. Und die Richter haben den Mut gehabt, das auch so zu bewerten.“
Erste Parcours-Highlights
Auch im Parcours war am ersten Tag des 62. Maimarkt-Turniers schon Spannung geboten. In
Deutschlands U25-Springpokal der Stiftung Deutscher Pferdesport und Holger Hetzel, Preis der Dieter-
Hofmann-Stiftung, entschieden 34 Hundertstelsekunden über den Sieg. Am Ende sauste der erst
neunjährige Big Red Balou unter dem Sattel von Hauke Bintig als Schnellster über die Ziellinie. Der
24- Jährige, der am Badenia-Dienstag seinen 25. Geburtstag feiert, blickt optimistisch auf die Final-
Qualifikation: „Ich habe den Ritt heute als Einlaufprüfung genutzt, um die Linien zu halten und kurze
Wendungen zu nehmen“, erklärt er und grinst mit Bezug auf das Sieger-Interview: „Am Montag
sprechen wir uns wieder.“ Insgesamt gingen 21 Reiter in diesem U25-Springen an den Start, zehn von
ihnen blieben in dem Zwei-Phasen-Springen ohne Hindernisfehler. Am Montagmittag geht es für die
Springpokal-Teilnehmer in einem 1,50-Meter-Springen um die Finalqualifikation, das Finale der Besten
findet dann im Rahmen der Weltmeisterschaft im August in Aachen statt.
In der Qualifikation zum NÜRNBERGER-BURG-POKAL der Baden-Württembergischen Springjunioren
siegte Frieda Grüber mit einer stilistischen Toprunde. Auf dem neunjährigen Dexter erhielt sie die
Wertnote 8,5, Zweite wurde Sophia Duchet auf Jessy mit der Note 8,3.
Der Maimarkt-Ausblick
Morgen beginnen die Prüfungen im MVV-Reitstadion um 7.30 Uhr und im Dressurviereck um 8 Uhr.
Der Höhepunkt für die internationalen Dressurreiter ist der Grand Prix Special, der Preis der Liselott
und Klaus Rheinberger Stiftung, der um 11.20 Uhr beginnt. Für die internationalen Springreiter wird es
ab 15 Uhr besonders spannend, im Maimarkt-Championat präsentiert von Berrang SE.
Quelle: Pressemitteilung Maimarkt-Turnier Mannheim / Hartmut Binder
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