Zügelhilfen Teil 1

Training / Ausbildung – Grundlagen

Die Zügelhilfen gehören immer zusammen mit den Gewichts- und Schenkelhilfen. Wobei die Zügelhilfen am schwierigsten sind. Hier gibt es verschiedene Arten der Hilfen.

Wie halte ich die Zügel?

Die Zügel werden gleichlang in beiden Händen gehalten. Dabei führt der Zügel zwischen dem kleinen und dem Ringfinger durch. Danach gehen sie durch die Hand über den Zeigefinger. Die Daumen werden etwas eingeknickt, so dass sich ein Dach bildet, und halten dann den Zügel. Damit wird das Durchrutschen der Zügel verhindert. Die geschlossenen Zügelenden hängen unter der rechten Hand runter.

Die Hände werden geschlossen aufrecht gehalten. Unterarm, Zügel und Pferdemaul sollen eine Linie bilden. Der Abstand zwischen den Händen zeigt, vom Reiter aus gesehen,  ebenfalls eine grade Linie zum Pferdemaul. Die Hände dürfen nicht auf dem Hals „abgelegt“ werden.

Es sollte darauf geachtet werden, dass die Zügel nicht verdreht sind.

Die Zügel nachfassen

Ist der Zügel etwas zu lang, wird nachgefasst. Dabei werden beide Zügel in eine Hand gegeben. Wird auf der rechten Seite nachgefasst, kommen die Zügel in die linke Hand und mit der rechten Hand wird etwas weiter vorne nachgefasst.

Zügelhilfen
Zügelhilfen

Die Hände dürfen sich nicht nach vorne „vorarbeiten“, ohne das beide Zügel in eine Hand genommen werden. Dies wäre kein korrektes Nachfassen.

Das Nachfassen dient zum Ausgleich beider Zügel und zum Erhalt der Anlehnung.

Die Hand sollte gut geschlossen gehalten werden, damit nicht zu oft nachgegriffen werden muss. Das stört nur die Verbindung zum Pferdemaul.

Zügelhaltung bei gebogenen Linien und Wendungen

Der äußere Zügel wird in gebogenen Linien und Wendungen am Hals gehalten, d. h. die äußere Hand liegt dicht am Hals oder Widerrist.

Zur Korrektur des Pferdes nimmt der erfahrene Reiter ab und zu auch die innere Hand etwas höher. Es darf nie die äußere Hand höher gehalten werden.

Zügel Haltungsfehler

  • Steifes Handgelenk – verhindert eine weiche, elastische Verbindung zum Pferdemaul.
  • Die Faust nicht richtig geschlossen – so rutscht der Zügel ständig durch und der Reiter muss nachfassen, oder er zieht die Hand an den Bauch.
  • Verdeckte / nicht aufrecht stehende Hände – geben keine feine Hilfengebung aus dem Handgelenk. Es wird der ganze Arm benutzt. Dies stört vor allem beim Annehmen des Zügels.
  • Die Hand rüberdrücken – der Reiter drückt die Hand über den Mähnenkamm. Dies gibt eine falsche Wirkung zum Gebiss im Pferdemaul. Das Pferd wird sich dadurch dauerhaft im Genick verwerfen und eng im Hals werden.